Eine Vision für die
Wiederherstellung der Gemeinde Jesu
Es gibt Momente, in denen
ein Gedanke tiefer brennt als andere — ein Gedanke, den man
nicht beiseitelegen kann, weil er nicht von einem selbst stammt.
Ich glaube, dass der Herr mir (und sicher vielen anderen) seit
Längerem eine solche Vision aufs Herz gelegt hat: die
Wiederherstellung Seiner Gemeinde. In den letzten Tagen spüre
ich erneut einen Drang, diesem Thema im Gebet nachzugehen. Zwei
große Fragen stehen dabei im Mittelpunkt.
1.
Unsere Identität in Christus
Die erste Frage ist
grundlegend: Wer sind wir in Christus — und was wurde uns in Ihm
gegeben? Diese Erkenntnis ist kein theologisches Randthema. Sie
ist der Boden, auf dem alles andere steht oder fällt.
Chad Gonzales lehrt dazu in
seltener Klarheit. Sein Buch „Nie wieder krank“ handelt zwar
vordergründig von Heilung — doch eigentlich ist es ein tiefes
Buch über unsere Identität und den Neuen Bund in Christus.
Vieles davon hat der Herr mich bereits gelehrt, aber dieses Werk
besitzt eine biblisch fundierte Leuchtkraft, die ich nur als
Offenbarung beschreiben kann.
2.
Innige Gemeinschaft mit Gott
Der zweite Aspekt wächst
direkt aus dem ersten heraus. Denn wenn wir wirklich begreifen,
wer wir in Christus sind, öffnet sich die Tür zu echter, tiefer
Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn. Nicht Religion —
Beziehung.
Reinhard Hirtler lehrt seit
Jahren berührend über dieses Thema der intimen Gemeinschaft mit
Jesus und dem Vater. Auch er hat ein Buch über den Neuen Bund
geschrieben — eine weitere wertvolle Ressource für alle, die
tiefer graben möchten.
Beide Themen — Identität und
Gemeinschaft mit Gott — empfinde ich als das, was der Herr in
dieser Zeit mit besonderer Dringlichkeit in den Vordergrund
bringt. Aber das ist noch nicht genug!
Das
fehlende Glied: Gemeinschaft der Gläubigen
Was nützt eine tiefe
Gotteserkenntnis, wenn sie nicht in lebendige Gemeinschaft
eingebettet ist? Leider haben wir noch immer
Versammlungsstrukturen, die genau diese Gemeinschaft reifer
Christen verhindern. Noch immer gibt es in den meisten Gemeinden
einen lehrenden Klerus auf der Bühne — und weitgehend passive
Zuhörer in den Sitzreihen. Daran haben auch gute Konferenzen,
Social Media und zahlreiche Ministries nicht viel verändert.
Doch das ist nicht das
Modell, das Gott im Sinn hat. Denn wir sind alle Priester im
Neuen Bund — keine Zuschauer, sondern Mitarbeiter:
„Ihr
aber seid ein ausgewähltes Geschlecht, ein königliches
Priestertum …“ (1. Petrus
2,9)
Und Paulus beschreibt die
Zusammenkunft der Gemeinde so:
„Was
ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen
Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine
Sprachenrede, hat eine Auslegung — alles geschehe zur
Erbauung.“ (1. Korinther
14,26)
Das Neue Testament
beschreibt die Gemeinde immer wieder als einen lebendigen
Organismus: Glieder, die füreinander Verantwortung tragen, die
einander auferbauen, lehren, prophezeien und helfen. Wer tiefer
in dieses Thema einsteigen möchte, dem empfehle ich die (immer
noch brandaktuellen) Bücher von Frank Viola, etwa „Ur-Gemeinde“
und „Ur-Praxis“.
Mein
Traum
Auf meinem Herzen liegt eine
echte Gemeinschaft von Menschen, die Hunger nach Gott haben —
und eine innige, lebendige Verbindung mit Ihm. Eine
Gemeinschaft, die im Neuen Bund verwurzelt ist, die ihre
Identität in Christus kennt und in ihr wächst.
Eine Gemeinschaft, die zwar
zunächst durch reife Christen in der Lehre gegründet wird — dann
aber nicht unter der Leitung eines professionellen Geistlichen
weiterläuft, sondern sich gegenseitig, geleitet vom Heiligen
Geist, erbaut und rüstet.
Diese Gemeinschaft gab es
bereits. Sie ist in der Apostelgeschichte beschrieben. Ich bin
überzeugt: Der Herr wird Seine Gemeinde ähnlich wiederherstellen
— und noch darüber hinaus. Bis wir schließlich für Jedermann als
Seine Braut erkennbar werden.
Was
träumst du für die Gemeinde? Ich freue mich über deine
Gedanken in den Kommentaren.